Die Bundesregierung streitet öffentlich über Lösungen.
Das ist kein Kommunikationsproblem. Das ist ein Führungskultur-Problem.
In jeder Organisation gilt:
Wer führt, gibt die Leitlinien vor.
Die Fachbereiche setzen um. Nicht andersherum.
Zudem ist Geschlossenheit in Krisensituationen ein extrem wichtiger Faktor.
Was wir gerade erleben, ist das Gegenteil.
Einzelne Minister preschen mit eigenen Vorschlägen vor.
Der Kanzler bittet öffentlich um Ruhe, einige Minister ignorieren dies aber wohl.
Dann folgt der öffentliche Rüffel.
Die Währung für die Bevölkerung heißt Vertrauen.
Vertrauen entsteht durch Geschlossenheit.
Durch das Gefühl, dass jemand die Lage im Griff hat.
Was hier passiert, schafft das Gegenteil: Unsicherheit.
Gute Führungskultur bedeutet, kontroverse Diskussionen intern zu führen.
Gerne hart in der Sache und mit vielen verschiedenen Positionen. Aber nach außen geht man mit der besten Lösung. Gemeinsam.
Der Fehler liegt nicht bei den Ministern allein.
Die Verantwortung für solche Dynamiken trägt immer die Topführung.
Es ist Aufgabe des Kanzlers, vor einer Krise klare Spielregeln zu etablieren. Nicht erst dann zu reagieren, wenn der Schaden entstanden ist.
Wer das versäumt, kämpft später gegen die eigenen Leute statt gegen das Problem.
Und selbst, wenn man am Ende eine gute Lösung gefunden hat, zahlt der Weg dorthin nicht auf die Führungsstärke und das Vertrauen ein.
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